Logo

 

 

 
 

Modul Menü

Wer ist online?

Insgesamt ist 1 Besucher online: 0 registrierte, 0 unsichtbare und 1 Gast
Der Besucherrekord liegt bei 87 Besuchern, die am Do 24. Sep 2015, 15:57 zeitgleich online waren.

Mitglieder: 0 Mitglieder

basierend auf den aktiven Besuchern der letzten 5 Minuten

Statistik

23 Beiträge


Neuestes öffentliches Bild

  • Bild Titel: IMG_3464.JPG
    Autor: Explorer
    Verfasst am: Fr 16. Sep 2011, 12:46
    Betrachtet: 5991
    Bewertung: Nicht bewertet

Geburtstage

Heute hat kein Mitglied Geburtstag kein Mitglied hat in den nächsten 3 Tagen Geburtstag

Kalender

<< Januar 2018 >>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31

Fest u. Feiertage Kalender-Ereignisse
01.01. - Neujahr
06.01. - Hl.Drei Könige

Stahlsorten für Messerklingen

Informationen und Erfahrungsaustausch zum Messer Forum Elbe Elster.

Moderator: Rick

Stahlsorten für Messerklingen

Beitragvon Taurus » Mi 28. Sep 2011, 15:19

Da die Klinge nun mal das Wichtigste am Messer ist und ich die ständige Wühlerei nach dem passenden Stahl satt habe, kommt hier jetzt mal eine kleine Auflistung der von mir schon mal verwendeten Stahlsorten.

1.2067 (100Cr6) C 1,0% Si 0,20% Mn 0,35% Cr 1,5%

Härten °C 830 – 860
Abschrecken Öl oder Warmbad 180 – 220 °C
Härte nach dem Abschrecken HRC 64


Anlassen
°C
100 64 HRC
200 61HRC
300 56 HRC

Ich habe aus diesem Stahl schon mehrere Klingen gefertigt und auch selbst gehärtet. Es ist ein unkomplizierter Stahl, der sich solide verarbeiten läßt und vernünftige Klingen hervorbringt. Er ist leicht zu beschaffen und nicht sehr teuer!


1.2235 (80CrV2) C0,8% Cr 0,6% V 0,2%

Härten °C 800 – 830
Abschrecken Öl
Härte nach dem Abschrecken 63HRC


Anlassen
°C
100 63 HRC
200 61HRC
300 57HRC


Meine Erfahrungen zu diesem Stahl sind die gleichen wie bei dem oben Genannten. Da es sich bei diesem Stahl nach meinem Verständnis um einen Federstahl handelt, bevorzuge ich ihn bei längeren Klingen. z.B. Kurzschwerter, Haumesser uä.

1.2379 alias K110 Regulit oder auch D2-Stahl (X153CrMoV12) C 1,55% Si 0,3% Mn 0,3% Cr 11,3% Mo 0,75% V 0,75%

Da sich die Härtung für einen Laien nicht empfiehlt und auch ziemlich aufwendig ist sollte man die Klingen zum Härten einschicken. Ansonsten ein sehr guter und schnitthaltiger Stahl für Messerklingen, die auch mal für grobes Arbeiten her halten!

1.4528 alias N690 (X105CrCoMn18-2) C 1,05% Si 0,4% Mn 0,4% Cr 17,3% Mo 1,1% V 0,1% Co 1,5%

Auch bei diesem Stahl empfiehlt sich das Härten durch einen Profi mit entsprechender Erfahrung. Ansonsten ist die Bearbeitung unkompliziert und läßt sich im ungehärteten Zustand mit allen gänigen Metallwerkzeugen durchführen.
Die Klingen sind sehr robust, schnitthaltig und rostfrei. Sie werden sehr scharf und lassen sich perfekt polieren.

RWL34 C 1,05% Si 05% Mn 0,5% Cr 14,0% Mo 4% V 0,2%

Es handelt sich hierbei um einen pulvermetallurgischen, rostfreien, Säure- und Seewasser beständigen Stahl. Er ist sehr schnitthaltig und gut bearbeitbar. Ich finde fast zu gut. Im ungehärteten Zustand war die Bearbeitung schon leicht befremdlich. Jeder der regelmäßig mit Stahl arbeitet, weiß wo von ich versuche zu schreiben. Die Klingen lassen sich sehr gut polieren und die Struktur ist sehr schön und gleichmäßig. Der Preis ist aber doch schon spürbar teurer. Persönlich finde ich, ragt der RWL nicht sonderlich zwischen den deutlich günstigeren N690 und K110(D2) hervor.

Das Härten sollte hier auf jeden Fall von einer professionellen Härterei durchgeführt werden!!!


Ich werde diese Sammlung nach und nach vervollständigen und weiter eigene Erfahrungen schildern. Vielleicht kann ja der eine oder andere seine Erfahrungen dazu stellen und es wird vielleicht ein reger Austausch von Wissen.

LG Rene'
http://www.renes-bogenschmiede.de
Taurus
Wanderer
 
Beiträge: 28
Registriert: So 21. Aug 2011, 19:51
Wohnort: 04889 Schildau

Re: Stahlsorten für Messerklingen

Beitragvon POETZSCA » Mi 5. Okt 2011, 13:08

Hallo Rene,

eine Frage zum 1.2067 er,
beziehen sich die 180-200° C auf die Temperatur com Härtemedium, (Öl) ?
Ich nehme für Federstahl oder Panzerkettenbolzen-oder Meißel(Werkzeug)-stahl immer Öl, nicht wärmer als 60 °C oder Seifenwasser auch nicht wärmer als 60°C !

Gruß, Andreas



PS. Ich habe jetzt eine eigene kleine Feuerkratze aus Verbundstahl (selbst geschweißt)
POETZSCA
Wanderer
 
Beiträge: 44
Registriert: Do 14. Apr 2011, 17:21

Re: Stahlsorten für Messerklingen

Beitragvon Taurus » Mi 5. Okt 2011, 20:25

Hi Andreas,

weder den 1.2067 noch den 1.2235 würde ich in Wasser abschrecken, wäre mir zu gefährlich. Ich schrecke diese Stähle, wie auch umgeschmiedete Feilen, Blattfedern ö.ä. in vorgewärmten Öl( ca. 80°c) ab und lasse sie dann sofort ohne weiteres Abkühlen bei gewünschter Anlasstemperatur an. Deswegen würde ich auch nie in Domsdorf härten, die Zeit zu meinem Anlassofen(kleiner Grillofen) wäre mir zu lange.
Bei den beiden Genannten hab ich gute Erfahrungen mit 170°C als Anlasstemperatur gemacht.

Die Schärfe und auch die Schnitthaltigkeit find ich mehr als ausreichend und von spröde keine Spur.

PS: Du hast beim letzen Schmiedetreffen gefehlt!!! Hätte Deine Hilfe gut gebrauchen können!!! Bei meinem Paket waren die Augen wieder größer als die Arme :lol:

Gruß Rene'
Taurus
Wanderer
 
Beiträge: 28
Registriert: So 21. Aug 2011, 19:51
Wohnort: 04889 Schildau

Re: Stahlsorten für Messerklingen

Beitragvon POETZSCA » Do 6. Okt 2011, 16:30

Grüß Dich meiner,

Eigentlich härte ich auch immer in Öl, aber ich glaube manchmal mit dem Seifenwasser mehr Härte aus dem Material "rauszukriegen"

Aber das ist materialbedingt von Stahl zu Stahl anders, und Lehrgeld habe ich schon reichlich gezahlt.

Zum Anlassen nutze ich mitunter, wenn der Rohling es zuläßt, die Restwärme zum Bsp. vom nicht gehärteten Griff.

Aber hast schon recht, kontrolliert mit einstellbarer Temperatur ist schon sicherer!

Bis demnächst, Andreas
POETZSCA
Wanderer
 
Beiträge: 44
Registriert: Do 14. Apr 2011, 17:21

Re: Stahlsorten für Messerklingen

Beitragvon Frank » Mi 19. Okt 2011, 11:02

Hallo Ihr beiden

Ich habe mein Schneidgerät ( Messer ist bei díeser Form wohl nicht ganz korrekt) fertiggestellt. Material war Feilenstahl, Klinge mit selektiver Härtung. Die Härte ist ok und die Schärfe richtig gut. Das einzige richtig große Problem ist der Rost, sobald ich das Teil auch nur von weitem anschaue. Brünieren wäre eine Möglichkeit, aber dann geht ja das ganze Flair vom Schmieden verloren.
Kennt da jemand eine eine Lösung ?

Grüße Frank
Frank
Wanderer
 
Beiträge: 49
Registriert: Mi 24. Nov 2010, 15:09

Re: Stahlsorten für Messerklingen

Beitragvon Explorer » Mi 19. Okt 2011, 22:10

Ja. Kommst du Freitag lang und kaufst "Tuff Gloth". Das sollte helfen.
Benutzeravatar
Explorer
Administrator
 
Beiträge: 272
Registriert: Mo 7. Apr 2008, 11:35
Wohnort: 04924 Wahrenbrück

Re: Stahlsorten für Messerklingen

Beitragvon Taurus » Do 20. Okt 2011, 16:34

Hi Frank,
stell doch mal ein Foto von Deinem Schneidgerät ein. Ich fand die Form schon ziemlich interessant und würd mich echt drüber freuen!!!
Ansonsten kann ich nur leichtes Einölen empfehlen, hab bei umgeschmiedeten Feilen auch immer das Problem mit Rost! Dafür werden sie wirklich echt scharf und die Schärfe steht auch ne ganze Weile!
Tja, man kann wohl eben nicht alles haben! :D

Gruß Rene'
Taurus
Wanderer
 
Beiträge: 28
Registriert: So 21. Aug 2011, 19:51
Wohnort: 04889 Schildau

Re: Stahlsorten für Messerklingen

Beitragvon Frank » Mi 9. Nov 2011, 09:52

Hallo an alle

Das mit dem Einölen ist ja nicht schlecht, aber beim richtigen Benutzen zu hoher Ölverbrauch und zuviel Öl an den Händen usw. Also Sven bring mal Sonntag was mit von Deinem Wunderzeugs.

Und Rene, ich werde meinem Schweißgerät mitteilen das Du es vermisst hast ( bei den Steaks geht das leider nicht mehr ). Bitte nicht das Treffen am Sonntag in Züllsdorf vergessen.
Frank
Wanderer
 
Beiträge: 49
Registriert: Mi 24. Nov 2010, 15:09

Re: Stahlsorten für Messerklingen

Beitragvon POETZSCA » Do 10. Nov 2011, 17:10

Hallo mein Guter, hier ein Schuß aus dem Hinterhalt von der Carbonfraktion:
1. Material der Hülle bzw Scheide innen mit Ballistol imprägnieren, das ist dauerhafter Rostschutz, den man nicht sieht, ich selbst erneuere das so aller halbe Jahre
2. Wenn das Schneidgerät fertig gebaut ist, vor dem ersten Einsatz d ü n n mit Leinöl einreiben und ein paar Tage in Ruhe lassen, angeblich bildet sich durch das Verharzen des Öls eine relativ beständige Schutzschicht. ( ist nicht auf meinem Mist gewachsen, habe ich mal in einem alten Buch gelesen, Namen und Titel sind sind leider Schall und Rauch.) Es funktioniert, auch ohne Ölpfoten, und die damit geschnittenen Bemmen, Zwiebeln und Speck schmecken auch so wie sollen.

Viel Spaß, Andreas
POETZSCA
Wanderer
 
Beiträge: 44
Registriert: Do 14. Apr 2011, 17:21

Re: Stahlsorten für Messerklingen

Beitragvon Frank » Di 22. Nov 2011, 18:21

Danke für den Tip mit dem Leinöl. Wird ausprobiert, ist ja auch nicht teuer.
Grüße Frank
Frank
Wanderer
 
Beiträge: 49
Registriert: Mi 24. Nov 2010, 15:09

Nächste

Zurück zu Messerarbeitskreis-Herzberg

Wer ist online?

Mitglieder: 0 Mitglieder